Informationspflichten: Diese Angaben schreibt das Gesetz für Onlineshops vor

Als Onlinehändler bist du verpflichtet, eine Vielzahl an rechtlichen Informationspflichten zu erfüllen, um Transparenz und Vertrauen bei deinen Kunden zu schaffen. Dieser Beitrag zeigt dir, welche wesentlichen Angaben du in deinem Onlineshop bereitstellen musst. Vermeide kostspielige Abmahnungen und stelle sicher, dass dein Shop stets den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Titelbild | Informationspflichten für Onlineshops: Rechtliche Grundlagen | onwalt-Akademie

Wenn du einen Onlineshop betreibst, musst du eine Reihe von Informationspflichten beachten. In verschiedenen Gesetzen ist geregelt, welche Angaben du für die Besucher deines Shops bereithalten musst.

Erforderliche Angaben im Onlineshop

Insbesondere musst du in deinem Shop angeben:

  • die wesentlichen Merkmale deiner Ware oder Dienstleistung (in der Regel in der Artikelbeschreibung enthalten)
  • den Gesamtpreis der Ware einschließlich der vom Verkäufer abgeführten Steuern
  • falls kein genauer Preis angegeben werden kann, die Berechnungsgrundlage (z.B. Kilopreis bei loser Ware oder Meterpreis bei Stoffen von der Rolle)
  • Fracht-, Liefer- und Versandkosten
  • EU Gewährleistungslabel und Garantielabel (ab September 2026)
  • Hinweise auf mögliche weitere Steuern oder Kosten, die nicht vom Verkäufer abgeführt oder in Rechnung gestellt werden (z.B. Zoll oder Einfuhrumsatzsteuer beim Versand ins Ausland)
  • Einzelheiten der Zahlung (z.B. wann der Käufer bezahlen muss, welche Bezahlmethoden zur Verfügung stehen, welche Währungen akzeptiert werden)
  • Einzelheiten der Lieferung (z.B. in welche Länder oder Regionen geliefert wird, auf welchem Weg, und in welcher Frist die Lieferung erfolgt)
  • wie der Vertrag technisch zustande kommt (Darstellung des Bestellablaufs mit Warenkorb-Funktion, Button- und Menübezeichnungen etc.)
  • ob und zu welchen Bedingungen ein Widerrufsrecht besteht (zusätzlich zu den AGB eine Widerrufsbelehrung und ein Muster-Widerrufsformular)
  • deine Gewährleistungs- und Garantiebedingungen (siehe Sachmängel und Gewährleistungsrecht)
  • ob der Vertragstext vom Verkäufer gespeichert wird und ob und wie er für den Kunden zugänglich ist
  • wie der Kunde Eingabefehler vor Vertragsschluss erkennen und berichtigen kann
  • die für den Vertragsschluss zur Verfügung stehenden Sprachen

Technische Anforderungen an deinen Onlineshop

Neben diesen Informationen, die du deinen Kunden bereitstellen musst, gibt es zudem gewisse technische Vorgaben an deinen Shop. So musst du beispielsweise einen Kündigunsbutton für Dauerschuldverhältnisse (Abos) bereitstellen und ab Juni 2026 auch einen Widerrufsbutton.

Etsy, Amazon, Ebay & Co.: Warum du eigene AGB für Verkaufsplattformen brauchst

Viele Verkaufsplattformen haben eigene Plattform-AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen). Trotzdem erfordert die Rechtsprechung, dass du als Verkäufer eigene AGB aufsetzt und in deinem Shop veröffentlichst, die Informationen bzw. Regelungen zu allen oben genannten Punkten enthalten. Die AGB einer Plattform wie eBay, Amazon, Etsy etc. gelten nur zwischen dem Plattformbetreiber und dem jeweiligen Nutzer (Käufer oder Verkäufer). Das Rechtsverhältnis der Nutzer untereinander – insbesondere zwischen einem Verkäufer und seinem Käufer – musst du durch eigene AGB selbst ausgestalten.

Die eigenen AGB erstellen

Mit eigenen AGB erfüllst du zum einen die gesetzlichen Informationspflichten, zum anderen kannst du hier Details deines Geschäftsablaufs festlegen (z.B. wohin und wie schnell du lieferst, wer die Retourenkosten tragen soll, ob du besondere Garantien bietest etc.).

Ungenauigkeit kann teuer werden

Bedenke, dass es sich bei AGB-Klauseln um keine einfache Materie handelt! Neben den gesetzlichen Grundlagen besteht eine Vielzahl an Urteilen zur Zulässigkeit bzw. Unzulässigkeit einzelner Formulierungen. Mit fehlerhaften Klauseln setzt du dich dem Risiko teurer Abmahnungen aus. Du solltest daher keine AGB aus ungeprüften Quellen kopieren und auch keine Klauseln ohne ausreichende Fachkenntnisse selbst „zusammenbasteln“.

So kommst du an rechtlich einwandfreie AGB

In unserem großen Leitfaden zum Thema AGB erstellen erklären wir dir ganz genau, wie du rechtlich einwandfreie AGB für deinen Shop erhältst. Oder du nutzt gleich unseren onwalt-Rechtstexteservice: Einfach gewünschtes AGB-Packet kaufen, mit deinen Shop-Informationen füllen und in deinen Onlineshop einfügen.

Rechtliche Konsequenzen bei Verstößen

Ein Verstoß gegen Informationspflichten führt nicht automatisch zur Unwirksamkeit eines Einkaufs in deinem Shop. Ein unzufriedener Käufer kann sich aber eventuell leichter von einem Kaufvertrag wieder lösen und sogar Schadensersatzansprüche haben.

Aktualität der Rechtstexte

Auch anfangs fehlerfrei erstellte Rechtstexte können unzulässig werden, wenn sich die Rechtslage später ändert – und das kann im Internetrecht schnell passieren. Achte also auf die Vollständigkeit der Pflichtinformationen und halte deine Rechtstexte aktuell.

Informationspflichten außerhalb der AGB

Daneben können weitere Informationspflichten bestehen, die du außerhalb der AGB erfüllen musst, z.B. die Impressumspflicht und diverse Hinweispflichten zu Produktsicherheit (mehr dazu in unserer onwalt-Akademie im Punkt Produktkennzeichnung) oder bezüglich Elektroartikeln oder Textilien.

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