Versandrisiko

Leider kommt es manchmal vor, dass Sendungen auf dem Postweg verloren gehen. Wie ist dann die Rechtslage?

Wenn Briefe, Päckchen oder Pakete nicht ankommen, ist das sehr ärgerlich. Damit sich Verkäufer und Käufer nicht auch noch über die rechtlichen Folgen streiten müssen, geben wir hier einige Informationen zur Rechtslage beim Sendungsverlust. Für die Beispiele gehen wir davon aus, dass der Käufer Verbraucher ist und für sich privat einkauft – ist der Käufer Unternehmer, gelten abweichende Regelungen.

Auf Verkäuferseite kommt es zunächst darauf an, ob der Verkäufer Unternehmer ist („gewerblicher Verkäufer“ – siehe A.) oder Verbraucher („privater Verkäufer“ – siehe B.).

A. Wenn der Verkäufer Unternehmer („gewerblicher Verkäufer“) ist, gilt:

1. Zusendung vom Verkäufer an den Käufer

Durch den Kaufvertrag verpflichtet sich der Verkäufer, die bestellte Ware an den Käufer abzuschicken. Dafür darf der Verkäufer ein beliebiges Versandunternehmen in Anspruch nehmen. Man spricht hier von einem Verbrauchsgüterkauf (§ 474 BGB). Wenn die Sendung nach Übergabe an das Versandunternehmen verloren geht, ist der Verkäufer nicht verpflichtet, die Sache noch einmal neu zu versenden. Statt dessen muss er dem Käufer aber den Kaufpreis einschließlich etwaiger Versandkosten erstatten. Der Käufer kann die Sache anschließend neu bestellen. Alternativ können sich Verkäufer und Käufer auch darauf verständigen, dass der Verkäufer die gleiche Sache noch einmal neu verschickt, der Käufer dafür aber nicht noch einmal bezahlen muss.

2. Rücksendung vom Käufer an den Verkäufer

Auch bei der Rücksendung von Sachen kann einmal etwas verloren gehen. Wenn der Käufer das Verbraucher-Widerrufsrecht ausübt und in diesem Zusammenhang etwas an den Verkäufer zurückschickt, so liegt das Verlustrisiko beim Verkäufer. Das bedeutet, dass ein Käufer, der eine Sache zurückschickt, auch dann den Kaufpreis zurückverlangen kann, wenn die Sendung beim Verkäufer nicht ankommt. Allerdings muss der Käufer beweisen können, dass er die Sendung ordentlich verpackt und adressiert abgeschickt hatte.

B. Wenn der Verkäufer Verbraucher („privater Verkäufer“) ist, gilt:

1. Zusendung vom Verkäufer an den Käufer

Sobald der Verkäufer die Ware ordnungsgemäß verpackt und adressiert einem Versandunternehmen übergeben hat, geht das Verlustrisiko auf den Käufer über. Das bedeutet, dass der Käufer die Ware auch dann bezahlen muss, wenn sie auf dem Versandweg verloren gegangen ist (§ 447 BGB). In diesem Fall hat der Käufer nur die Option, den Schaden beim Versandunternehmen geltend zu machen. Das ist meist nur erfolgreich bei registrierten Sendungen (z.B. Einschreiben mit Sendungsnummer, Pakete mit Paketnummer etc.). Ansonsten stehen die Chancen auf Schadensersatz schlecht.

2. Rücksendung vom Käufer an den Verkäufer

Zwar gibt es kein Widerrufsrecht gegenüber einem privaten Verkäufer, aber manchmal ist eine Rücksendung erforderlich z.B. zur Behebung eines Produktmangels. Das Risiko des Verlustes auf dem Rücksendeweg trägt in diesem Fall der Käufer. Er muss dafür sorgen, dass die bemängelte Ware sicher beim Verkäufer ankommt, damit der Verkäufer den Mangel beheben kann. Geht die Sache verloren, muss der Verkäufer dafür nicht aufkommen. Es bleibt dem Käufer nur, den Verlust beim Versandunternehmen zu reklamieren und dort Ersatz zu verlangen. Ohne Sendungs- oder Paketnummer ist das allerdings schwierig.

Fazit

Handelt es sich um einen Verkauf von einem Unternehmer an einen Verbraucher, so trägt der Verkäufer weitgehend das Risiko eines Sendungsverlustes – sowohl auf dem Weg zum Käufer als auch auf dem Weg zurück, wenn der Käufer den Kaufvertrag widerruft.

Bei einem Kauf zwischen nicht-gewerblichen DaWanda-Mitgliedern trägt der Käufer das Verlustrisiko. Im Verlustfall muss sich der Käufer an das Versandunternehmen halten und dort Schadensersatz verlangen.

Rechtsnormen § 447 BGB, § 474 Abs. 2 BGB