Mitgliedschaft in der IHK

Bin ich als Verkäufer zur Mitgliedschaft in der IHK verpflichtet? Was kostet die Mitgliedschaft?

Die Industrie- und Handelskammer (kurz: IHK) ist ein vom Gesetz vorgesehener Verband für Unternehmen einer bestimmten Region. Für jeden Gewerbetreibenden besteht eine IHK-Pflichtmitgliedschaft. Wenn Sie Ihre Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt eingereicht haben, übermittelt das Gewerbeamt die relevanten Daten an die IHK. Sie müssen sich daher nicht selbst bei der IHK anmelden. Ist Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen, besteht die Mitgliedschaft von der Eintragung bis zur Löschung im Handelsregister. Ist Ihr Unternehmen nicht im Handelsregister eingetragen, so sind Sie IHK-Mitglied vom Beginn Ihrer gewerblichen Tätigkeit an bis zu deren Abmeldung beim Gewerbeamt.

Die Industrie- und Handelskammern sind die Interessenvertretung der Gewerbetreibenden und halten vielfältige Angebote für die Beratung und Unterstützung der Mitgliedsunternehmen bereit.

Unabhängig von einer Pflichtmitgliedschaft stellt sich die Frage, ob und in welcher Höhe Sie Mitgliedsbeiträge zahlen müssen. Die gute Nachricht zuerst: Das Geschäftsjahr, in dem Sie sich selbständig machen, und das darauf folgende Jahr sind für Existenzgründer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, beitragsfrei. Für das dritte und vierte Jahr gibt es unter bestimmten Bedingungen Beitragsermäßigungen.

Unabhängig vom Zeitpunkt müssen Sie auch dann keinen Beitrag zahlen, wenn Ihr Gewinn 5.200 Euro im Jahr nicht übersteigt.

Alle übrigen Regelungen zur Beitragshöhe trifft die jeweils zuständige IHK für Ihren IHK-Bezirk eigenständig. Dabei besteht der Beitrag aus einem Grundbeitrag und einer Umlage. Beide Bestandteile hängen von dem Unternehmensgewinn ab, den Sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Am Ende dieses Artikels finden Sie ein Beispiel.

Den Beitrag erhebt die IHK jährlich durch einen Beitragsbescheid. Zur Berechnung erhält die IHK automatisch die Steuerdaten vom Finanzamt. Liegt noch kein aktueller Steuerbescheid vor, kann die IHK einen vorläufigen Beitragsbescheid auf der Grundlage des letzten bekannten Gewinns oder aufgrund einer Schätzung erlassen. Relevant können so auch die bei der Steueranmeldung gemachten Gewinnerwartungen sein.

Die Mitgliedsbeiträge sind öffentliche Abgaben und können als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Beispiel

Maxie Mustermann macht sich im März mit dem Verkauf von Fahrradtaschen aus alten LKW-Planen selbstständig. Die Taschen produziert sie in Berlin-Mitte. Für ihr erstes Geschäftsjahr schätzt sie ihren Gewinn auf 10.000 €. Im zweiten Geschäftsjahr will sie 18.000 € erreichen und im dritten Geschäftsjahr 30.000 €.

Maxie Mustermann wird im März automatisch Mitglied der IHK Berlin. Die Unternehmensdaten erhält die IHK Berlin vom Bezirksamt Berlin-Mitte. Im Sommer erhält Maxie Mustermann Post von der IHK Berlin, die sie als neues Mitglied begrüßt. In ihrem Gründungsjahr und dem Folgejahr erhält Maxie keine Gebührenbescheide, da sie als Existenzgründerin keine Beiträge bezahlen muss. Wenn Maxies Pläne aufgehen und sie im dritten Jahr 30.000 Euro Gewinn erreicht, muss sie dafür einen IHK-Jahresbeitrag von rund 135 Euro einplanen.

Rechtsnormen § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern (IHK-Gesetz, IHKG); Beitragsordnung der jeweiligen IHK